Der holprige Weg in die Zukunft des Elektro LKWs

Auf der IAA für Nutzfahrzeuge in Hannover im September 2016 war ein Schwerpunkt das Thema Elektro LKWs. Mercedes stellte dort seinen vielbeachteten „Urban eTruck“ vor. Warum der Name „Urban eTruck“? „Urban“, weil er mit einer Reichweite von 200 km nur für innerstädtischen, den sogenannten Verteilerverkehr, konzipiert ist. „eTruck“, weil der Lastwagen mit Elektroantrieb fährt.

 

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Prototyp des Elektro LKWs von Mercedes: der Urban eTruck (c) iStock.com / Tramino

Entwicklung des Elektro LKWs

Die ersten Fahrzeuge mit Elektroantrieb wurden erstaunlicherweise bereits zum Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut; teilweise batteriebetrieben, teilweise durch Oberleitungen gespeist. Diese Fahrzeuge wurden in den Gemeinden für Post, Müllabfuhr und sonstige Transportdienstleitungen in der öffentlichen Verwendung konzipiert. Dadurch, dass Verbrennungsmotoren immer leistungsstärker wurden und die Herstellungskosten dafür sanken, wurde die Entwicklung der Nutzfahrzeuge mit Elektroantrieb in den 50ern/60ern des letzten Jahrhunderts fast vollständig eingestellt.

In den letzten 15 bis 20 Jahren sind nunmehr die Umweltbelastungen durch LKWs verstärkt in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung gerückt, so dass das Thema Elektrofahrzeuge wieder aktuell wurde. Aufhalten des Klimawandel, CO2-Reduktion, Lärmvermeidung – es gibt gute Argumente für den Elektro LKW.

Der eTruck als Lastwagen für die Stadt

Zurück zum Urban eTruck: Der 26 Tonner (davon entfallen 2,5 Tonnen auf die Batterien) kann mit einer Akkuladung bis zu 200 km zurücklegen. Die Batterien sollen sich in zwei bis drei Stunden vollständig aufladen lassen. Schon Anfang des nächsten Jahrzehnts möchte Mercedes den Markteintritt realisieren.

Natürlich stellt sich die Frage nach der Wirtschaftlichkeit für potentielle Kunden. Der Anschaffungspreis der Fahrzeuge wird im Vergleich zu dieselbetriebener Konkurrenz um einige zehntausend Euro höher sein. Allerdings geht man in Untertürkheim davon aus, dass Elektromobilität in den kommenden Jahren durch erneuerbare Energien günstiger wird. Der Preis für Batteriestrom soll sich bis 2020 mehr als halbieren. Einhergehend mit geringeren Servicekosten – etwa Wegfall von Ölwechseln etc. – und dem durchaus realistischen Szenario, dass viele Städte weltweit das emissionsfreie Fahren in absehbarer Zeit zur Pflicht machen dürften, hat die neue Generation des Elektro LKWs durchaus eine Zukunft.

 

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Sind bald nur noch Elektrofahrzeuge in unseren Städten erlaubt? (c) iStock.com / jojoo64

Die Zukunft des Elektro LKWs

Zum 01.01.2016 waren in Deutschland knapp 5.000 Elektro LKWs zugelassen. Bei insgesamt mehr als 2,8 Millionen zugelassenen LKWs und Sattelzugmaschinen ein verschwindend niedriger Wert.

Zu erwarten ist, dass der weltweite Güterverkehr weiter wachsen wird. Die Bahn kann kaum mehr Kapazitäten bieten, so dass der Transport größtenteils auch in Zukunft per Lastwagen auf der Straße zu bewältigen ist. Eine Lösung für Langstrecken ist noch nicht in Sicht. In Schweden wird zwar auf Autobahnen wieder die gute alte Oberleitung getestet, ob eine flächendeckende Versorgung aber realistisch ist, darf bezweifelt werden. Herausforderungen sind weiterhin, Ladeverluste der Batterien zu minimieren und die Herstellerkosten zu senken. Weiterhin gilt es, immer mehr Güter in urbanen Räumen zu transportieren, da schon in wenigen Jahren um die 70 Prozent der weltweiten Bevölkerung in Städten Leben wird. In dieser Funktion sollten sich LKWs mit Elektromotoren mittelfristig etablieren können.

Prognosen sehen bis zum Jahr 2040 einen Marktanteil von bis zu 10 Prozent bei Elektro LKWs. Bis die dieselbetriebenen Nutzfahrzeuge und Benziner vollständig von Elektromotoren ersetzt werden, dürften noch viele Jahrzehnte ins Land gehen, sollten sich zwischenzeitlich nicht noch revolutionäre Erfindungen einstellen.

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