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Kraftfahrzeugsteuer: Grundsätze, Vergünstigungen und Verfahren

In Deutschland wird die Kraftfahrzeugsteuer auf das Halten eines Fahrzeugs erhoben. Die Kraftfahrzeugsteuer wird im Allgemeinen einmal pro Jahr an die Hauptzollämter gezahlt und richtet sich in ihrer Höhe nach verschiedenen Faktoren, wie der Abgasnorm und des Hubraums des jeweiligen Kraftfahrzeugs.

Die Steuersätze bei der Kraftfahrzeugsteuer: der Hubraum und die Abgasnorm

Die Besteuerungsgrundlage hat sich im Laufe der Geschichte stark verändert und war nach der Einführung im Jahre 1906 vom Hubraum abhängig. Heutzutage wird neben dem Hubraum auch die Schadstoffnorm berücksichtigt. Dabei werden alle nicht permanent schienengeführten Kraftfahrzeuge besteuert, die im Straßenverkehr zugelassen werden. Hierbei werden sowohl inländische als auch ausländische Fahrzeuge besteuert, wobei sich letztere im Inland befinden, jedoch im Ausland zugelassen sind. Auch bei der widerrechtlichen Nutzung eines nicht-zugelassenen Fahrzeugs im Straßenverkehr tritt die Steuerpflicht ein.

Die Kraftfahrzeugsteuer hängt u. a. von der Abgasnorm und der jeweiligen Schadstoffklasse ab (c) iStock.com / AntonMatveev

Kraftfahrzeugsteuer Schadstoffausstoß Abgasnorm

Die Erstzulassung, der Hubraum und die Abgasnorm

Wichtig für die Berechnung der Kraftfahrzeugsteuer durch die Hauptzollämter

Die Berechnung der Kraftfahrzeugklasse erfolgt nicht mehr nur anhand des Hubraums sondern auch auf Basis des Schadstoffausstoßes und der Abgasnorm. Jede einzelne Schadstoffklasse ist hierbei noch einmal in die Gruppe der Dieselfahrzeuge und der Benziner unterteilt. Hierbei sorgen Dieselmotoren für eine höhere Kraftfahrzeugsteuer, während Benziner eine kostengünstigere Kraftfahrzeugsteuer aufweisen. In der Gruppe der Fahrzeuge, welche mindestens die Schadstoffnorm EURO 3 beziehungsweise D3 erreicht haben, findet noch einmal eine Unterteilung nach der Erstzulassung statt. Liegt die Erstzulassung nach dem 30. Juni 2009, dann reduziert sich die zu zahlende Kraftfahrzeugsteuer deutlich. Dieselfahrzeuge, welche sich in der höchsten Schadstoffklasse befinden, jedoch keinen Rußfilter der Stufe PM5 aufweisen, werden mit einer zusätzlichen Gebühr belastet. Das Ziel der unterschiedlichen Steuerklassen ist es, Besitzer von umweltfreundlichen Fahrzeugen durch eine niedrige Steuer zu belohnen. Dies soll einen Anreiz schaffen, beim Kauf auf die Schadstoffklasse und die Abgasnorm zu achten. Für Neuzulassungen von Dieselfahrzeugen ab 01.09.2015 ist die neue Euro 6 Norm bindend. Benziner sind von dieser Regelung nicht betroffen.

Steuervergünstigungen bei der Kraftfahrzeugsteuer

In vielen Fällen sind sie möglich

Beim Verkauf von Fahrzeugen kann durch bessere Schadstoffklassen ein höherer Kaufpreis erzielt werden (c) iStock.com / HS3RUS

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Da die Schadstoffklasse beziehungsweise die Abgasnorm neben dem Hubraum die Grundlage für die Einteilung der Steuersätze bildet, können Sie in vielen Fällen eine Steuervergünstigung erreichen. Im Handel sind Nachrüstsets erhältlich, welche die Abgasnorm verbessern und somit zu einer Steuervergünstigung führen. Besonders häufig werden die Kits bei einer vorhandenen Euro 1 Norm angewendet, um eine der höchsten Stufen, die Euro 3 Norm, zu erreichen. Bei Dieselfahrzeugen können Sie in vielen Fällen von einem Austausch-Katalysator profitieren, welcher zu einer besseren Einteilung führen kann. Trotz der mit der Umrüstung zunächst einmal verbundenen Kosten rentiert sich die Umrüstung im Allgemeinen, da Sie jährlich deutlich bei der Kraftfahrzeugsteuer durch günstige Steuersätze sparen. Auch bei einem eventuellen Verkauf des Fahrzeugs können Sie durch eine bessere Schadstoffklasse einen höheren Kaufpreis erzielen.

Die Besteuerung von Elektrofahrzeugen

Wie man die Steuerbefreiung nutzen kann

Liegt die Erstzulassung von Elektrofahrzeugen vor dem 18. Mai 2011 beziehungsweise nach dem 31. Dezember 2015, dann erhalten die Fahrzeugbesitzer eine Steuerbefreiung für insgesamt fünf Jahre. Alle anderen Elektrofahrzeuge wurden für zehn Jahre von der Steuer befreit. Nach Ablauf der Steuerbefreiung erfolgt eine Steuervergünstigung gegenüber Verbrennungsmotoren. Die Berechnung der Kraftfahrzeugsteuer erfolgt anhand der zulässigen Gesamtmasse. Die Steuersätze sind dabei halb so hoch wie bei konventionellen Fahrzeugen.

Verschiedene Steuersätze: Steuervergünstigung und Steuerbefreiung

Einige Gruppen von Fahrzeugen sind von der Steuererhebung befreit. Dies betrifft beispielsweise Automobile der Straßenreinigung, des Krankentransports und der Polizei. Eine Steuervergünstigung wird schwerbehinderten Fahrzeughaltern gewährt. Hierfür muss eine Gehbehinderung vorliegen und es muss ein entsprechender Eintrag im Schwerbehindertenausweis vorliegen. Für Fahrzeuge mit einem Oldtimer-Kennzeichen erfolgt eine pauschale Berechnung der Kraftfahrzeugsteuer, was im Allgemeinen ebenfalls einer Steuervergünstigung entspricht.

Hier noch einmal auf einem Blick:

  • Straßenreinigung
  • Krankentransport
  • Polizei
  • schwerbehinderte Fahrzeughalter
  • Oldtimer-Kennzeichen über pauschale Berechnung

Die Erhebung der Kraftfahrzeugsteuer durch die Hauptzollämter

Sobald Sie ein Fahrzeug zulassen, wird durch die Hauptzollämter ein Steuerbescheid erstellt, in welchem Sie über die zu zahlende Kraftfahrzeugsteuer und die geltenden Steuersätze informiert werden. Die an die Hauptzollämter zu zahlende Kraftfahrzeugsteuer wird für ein volles Jahr angegeben, in einigen Fällen ist auch die halbjährige Zahlung möglich. Melden Sie das Fahrzeug wieder ab, dann erlischt ab diesem Tag die Steuerpflicht. Ausnahmen bestehen lediglich bei einer kurzen Zulassung unter einem Monat, wobei in diesem Fall die Steuer für einen kompletten Monat fällig wird. Für die Erhebung der Kraftfahrzeugsteuer sind die Hauptzollämter zuständig. Sie senden den Steuerbescheid an die Fahrzeughalter und geben Informationen zu den einzelnen Berechnungsfällen, zum Thema „Steuersätze“ und zur Anerkennung einer Steuervergünstigung. In der Regel wird die Bezahlung der Kraftfahrzeugsteuer per SEPA-Lastschriftmandat durch die Hauptzollämter durchgeführt.

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