Nachhaltige Stadtentwicklung Verkehr Autos

Nachhaltige Stadtentwicklung: die autofreie Innenstadt

In der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts nahm die Bedeutung des Autos als individuelles Fortbewegungsmittel immer mehr zu. In den Städten wurde dies an der Entwicklung zur autogerechten Stadt sichtbar. Gleichzeitig verödeten die Innenstädte. 1994 wurde in der Charta von Aalborg festgeschrieben, dass Stadtentwicklung die Lebensqualität der Menschen im Fokus haben soll. Nachhaltige Stadtentwicklung, die darauf ausgerichtet ist, den Bewohnern eine gute Umgebung zu bieten.

Nachhaltige Stadtentwicklung: Autofreie Innenstädte

Der Verkehr soll durch nachhaltige Stadtentwicklung verringert werden (c) iStock.com / yak62

Nachhaltige Stadtentwicklung Verkehr Autos

Eine Idee für Nachhaltige Stadtentwicklung, die sich nun auf die Entwicklung der Quartiere beziehen soll, ist, Innenstädte vom Autoverkehr zu befreien. Das ist teilweise umsetzbar, aber lässt doch praktische Probleme ungelöst. Fußgängerzonen, die ein Flanieren ermöglichen, ohne auf Autos achten zu müssen, existieren. Sie funktionieren sehr gut und sind von Parkhäusern begleitet. Der Zulieferverkehr hat seine Zeitfenster, in denen er die Geschäfte bedienen kann. Innenstädte leben von Geschäftstätigkeiten, die individuellen Verkehr brauchen.

Wohnquartiere autofrei

Anders sieht es aus, wenn neue Wohnviertel geplant werden. Hier ist es durchaus schon zur erfolgreichen Einführung von autofreien Quartieren gekommen. Sie bieten vor allem für Familien die Möglichkeit, Kinder aufwachsen zu lassen, die auch ohne Gefahr auf der Straße spielen können. Sicherheit im Straßenverkehr ist hier gewährleistet, da die Gefahr gar nicht erst entseht. Autoverkehr ist in dieser Umgebung auch auf wenige Fahrten pro Tag beschränkt. Ein Beispiel für Nachhaltige Stadtentwicklung dieser Art ist Vauban in Freiburg.

  • Idee für nachhaltige Stadtentwicklung: autofreie Wohnquartiere

Weniger Individualverkehr nach Einführung einer Citymaut

Nachhaltige Stadtentwicklung kann auch durch eine Citymaut erreicht werden. Diesen Mittelweg gingen Stockholm und London. Beide Städte führten für ihre Innenstädte eine Citymaut ein. Die Zentren erstickten im Verkehr, der dazu mehr stand als floss. Nach anfänglichen Bedenken gegen das Projekt wird die Gebühr in beiden Städten mittlerweile positiv aufgenommen. Die Verkehrsbelastung ist deutlich zurückgegangen, wer mit dem Auto in die Innenstadt muss, kann die Maut entrichten und die Straßen wirklich befahren. Andererseits sind die Angebote an öffentlichen Verkehrsmitteln so attraktiv, dass das Fahren im Straßenverkehr mit dem eigenen Auto nur noch eine Notlösung darstellt.

  • Idee für nachhaltige Stadtentwicklung: Citymaut

Nachhaltige Stadtentwicklung heißt nicht zwangsweise autofrei

Eine Stadt auf lange Zeit so zu entwickeln, dass sie für Bewohner und Besucher gleichermaßen attraktiv ist, das bedeutet Nachhaltige Stadtentwicklung zu betreiben. Autofrei in hochfrequentierten Quartieren ist sicherlich zu hoch gegriffen, aber den Verkehr wirksam weg vom Auto zu lenken ist sicher ein Weg. Hierbei soll das Auto aber keineswegs als zu negativ betrachtet werden, sondern lediglich eine angenehmeres Zusammenleben für Fußgänger und Autos geschaffen werden. Auch weiter können und sollen Autos gekauft und bei der KFZ-Zulassung gemeldet werden, es ist nur wichtig, in welchem Rahmen diese in den (Innen)Städten verkehren dürfen.

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