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Umweltzonen in Deutschland – Feinstaubplakette am Auto

Das Thema Umweltplakette (auch gern als Feinstaubplakette bezeichnet) und Feinstaubbelastung ist aktueller denn je. Denn leider ist trotz immer mehr Umweltzonen und verschärfteren Bedingungen keine oder kaum Besserung in Bezug auf zu hohe Feinstaubbelastungen festzustellen. Im Gegenteil: Für die nahe Zukunft drohen in vielen Städten Fahrverbote.

Einführung von Umweltplakette und Umweltzone

Umweltplaketten wurden entwickelt, um die Luftqualität in Metropolen, an Verkehrsknotenpunkten, in Innenstädten und Bundesstraßen zu verbessern und die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. In den von den Kommunen festgelegten Umweltzonen ist es nur Fahrzeughaltern erlaubt zu fahren, die ihr Auto mit einer Umweltplakette gekennzeichnet haben.

Die Umweltplakette gibt es in drei verschiedenen Farben und zwar in grün für niedrige (Stufe 3), gelb für mittlere (Stufe 2) und rot für höhere (Stufe 1) Schadstoffemission. Hintergrund: Die EU hatte 1999 in ihrer Luftqualitätsrichtlinie eine Senkung der Feinstoffbelastung vorgeschrieben.

Die „Verordnung zur Kennzeichnung der Kraftfahrzeuge mit geringem Beitrag zur Schadstoffbelastung“ trat am 01.03.2007 in Kraft. Die ersten Umweltzonen wurden zum 01.01.2008 in den Städten Berlin, Köln und Hannover eingeführt. Sie betrafen Fahrzeuge der Stufe 1.

1. Feinstaub

Feinstaub, auch Schwebstaub, besteht aus kleinen, nicht sichtbaren Partikeln. Hauptverursacher sind Industrie, Hausfeuerungsanlagen – und der Verkehr. Feinstaub tritt vermehrt in Ballungsgebieten auf und ist stark witterungsabhängig: Insbesondere dann, wenn es stabile Hochdrucklagen ohne Wind gibt (insbesondere Smog), ist die Feinsstaubbelastung sehr hoch, da der Staub nicht durch den Wind wegtransportiert wird.

1.1. Die gesundheitlichen Auswirkungen von Feinstaub auf den Menschen

Von Autos überfüllte Straßen in der Stadt

Feinstaub – auch eine Folge von zu viel Verkehr in den Ballungsräumen © istock/chuyu

Feinstaub kann sich beim Einatmen in den Atemwegen festsetzen und lässt sich durch Husten oder Niesen kaum absondern. Hierdurch können gesundheitliche Folgen wie Asthma, Allergien bis hin zu Lungenkrebs entstehen. Viele Experten stehen diesen Richtlinien jedoch kritisch gegenüber, denn es wird vermutet, dass es eher politisch motivierte Richtlinien sind.

1.2. Die Entstehung von Feinstaub

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie Feinstaub entsteht. Zum einen kann der Feinstaub natürliche Ursachen haben und zum anderen künstliche, also vom Menschen verschuldete.

Natürliche Ursachen

Pollen
Mikroorganismen
Seesalz
Vulkanausbrüche
atmosphärische Prozesse
Wüstenstaub
Waldbrände

Künstliche Ursachen

Straßenverkehr
Industrie
Schienenverkehr
Privathaushalte
Heiz- und Elektrizitätswerke

2. Umweltzone

Was ist eine Umweltzone? Die Definition des Umweltbundesamtes lautet:

Umweltzonen sind Gebiete, in denen nur Fahrzeuge fahren dürfen, die bestimmte Abgasstandards einhalten. Die Fahrzeuge (Pkw und Lkw) müssen mit Plaketten auf der Windschutzscheibe gekennzeichnet sein. Ziel dieser Umweltzonen ist, dass die Schadstoffemissionen, die durch den Straßenverkehr verursacht werden, reduziert werden. Vorrangig geht es momentan darum, die Partikel und NOx-Emissionen zu senken.

2.1. Aus welchem Grund werden nur bestimmte Teile als Umweltzonen auserkoren?

Schilder Umweltzone und Umweltplaketten am Mast

58 Umweltzonen gibt es bereits in Deutschland – Tendenz steigend (c) iStock.com/klickit

Es gibt Gebiete in Städten und Gemeinden, in denen eine besonders hohe Belastung durch Feinstaub die Luft verunreinigt. Damit die Verunreinigung nicht fortschreitet, wird dieser Bereich als Umweltzone gekennzeichnet, so dass der Verkehr dort eingeschränkt wird. In der Regel wird eine Umweltzone in Gemeinden errichtet, welche im letzten Jahr den Grenzwert für maximale Feinstaubbelastung 35 mal überschritten haben.
Die Umweltzone ist mit dem Verkehrszeichen 270.1 markiert. Durch die Kombination mit einem Zusatzzeichen wird kommuniziert, welche Feinstaubplakette benötigt wird, um die Umweltzone zu durchqueren. Die Umweltzone endet mit der Zahlenkombination 270.2.

2.2. Realisierung der Umweltzonen

Meistens werden bei Einführung einer Umweltzone schrittweise die Anforderungen erweitert. Zu Beginn besteht zunächst für jeden Autofahrer die Pflicht, eine Feinstaubplakette am Fahrzeug anzubringen. Hierbei ist es noch egal, welche Plakette sich am Auto befindet, es muss nur eine Feinstaubplakette vorhanden sein. Weiterhin wird entweder die Umweltzone vergrößert oder Autos mit roter oder roter und gelber Plakette dürfen nicht mehr in die Umweltzone fahren. Der letzte Schritt besteht darin, dass nur noch Fahrzeuge mit einer grünen Feinstaubplakette in die Umweltzone fahren dürfen.

2.3. Zuständigkeit für Umweltzonen

Die Realisierung der Umweltzone ist den jeweiligen Städten, Kommunen und Gemeinden selbst überlassen. Meistens werden Umweltzonen in Schritten eingeführt, um den Autofahrern noch genügend Zeit zu geben, ihr Fahrzeug umzurüsten oder ein neues zu kaufen. Doch es gibt auch Fälle, in denen Städte direkt eine strengere Umweltzone einrichten, in der nur noch Fahrzeuge mit gelber und grüner Plakette fahren dürfen. Aktuell (Stand Januar 2018) gibt es bis auf eine Ausnahme (Neu-Ulm, siehe Tabelle unten) nur Umweltzonen der Stufe 3.

Umweltzonen

Hier die 58 Umweltzonen Deutschlands (Stand Januar 2018)
StadtStufe/
Umweltzone seit
StadtStufe/
Umweltzone seit
Augsburg3/Juni 2016Siegen3/Januar 2015
Balingen3/April 2017

Frankfurt am Main3/Januar 2012
Berlin3/Januar 2010Halle an der Saale3/Januar 2013
Bremen3/Juli 2011Magedeburg3/Januar 2013
Darmstadt3/November 2015Erfurt3/Oktober 2012
Freiburg3/Januar 2013Limburg an der Lahn3/Januar 2018
Heidelberg3/Januar 2013Marburg3/April 2016
Heidenheim3/Januar 2013Offenbach3/Januar 2015
Heilbronn3/Januar 2013Wiesbaden3/Februar 2013
Herrenberg3/Januar 2013Hannover3/Januar 2010
Ilsfeld3/Januar 2013Osnabrück3/Januar 2012
Karlsruhe3/Januar 2013Aachen3/Februar 2016
Leonberg / Hemmingen und Umgebung3/Dezember 2013Bonn3/Juli 2014
Ludwigsburg und Umgebung3/Januar 2013Dinslaken3/Oktober 2012
Mannheim3/Januar 2013Düsseldorf3/Juli 2014
Mühlacker3/Januar 2013Eschweiler3/Juni 2016
München3/Oktober 2012Wuppertal3/Juli 2014
Neu-Ulm2/November 2012Mainz3/Februar 2013
Pfinztal3/Januar 2013Hagen3/Juli 2014
Pforzheim3/Januar 2013Krefeld3/Juli 2012
Regensburg3/Januar 2018Leipzig3/März 2011
Reutlingen3/Januar 2013Köln3/Juli 2014
Schramberg3/Januar 2015Langenfeld3/Juli 2014
Schwäbisch Gmünd3/Januar 2013Mönchengladbach3/Juli 2014
Stuttgart3/Januar 2012Münster3/Januar 2015
Tübingen3/Januar 2013Neuss3/Juli 2014
Ulm3/Januar 2013Overath3/Oktober 2017
Urbach3/Januar 2013Remscheid3/Juli 2014
Wendlingen3/April 2013Ruhrgebiet3/Juli 2014

2.4. Ausnahmeregelungen für Umweltzonen

Bundesweit: Die wichtigsten bundesweit-einheitlichen Ausnahmeregelungen sind unter anderem, dass land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen, zwei- und dreirädrige Kraftfahrzeuge, Krankenwagen, Arztwagen und Oldtimer keine Umweltplakette benötigen. Weitere Ausnahmeregelungen findet man hier.

Lokal: Zusätzlich zu den bundesweiten Regelungen kann jede Kommune in einer Umweltzone Ausnahmeregelungen von dem Fahrverbot gestatten. Dadurch entstehen örtlich viele unterschiedliche Ausnahmen, diese kann man dann auf der lokalen Website nachlesen.

3. Umweltplakette

Es gibt drei verschiedene Feinstaubplaketten, wobei das System bzw. die Zusatzzeichen der Plakette an die Ampelschaltung erinnern. Um seine Feinstaubplakette zu ermitteln, benötigt man die Zulassungsbescheinigung Teil 1, also den Fahrzeugschein. Die darauf vermerkte Emissionsschlüsselnummer bestimmt, welcher Schadstoffgruppe das Fahrzeug zugeteilt ist. Hier sind beim alten Fahrzeugschein oben links unter der Schlüsselnummer die letzten beiden Ziffern entscheidend. Im neuen Fahrzeugschein sind es die letzten beiden Ziffern im Feld 14.1. Mit dieser Nummer aus der Kfz-Zulassung kann man dann die Schadstoffgruppe seines Fahrzeuges ermitteln.

 

Umweltplaketten in rot, gelb und grün

Umweltplaketten werden Fahrzeugen nach Schadstoffgruppen zugeordnet © istock/EdnaM

Hinweis: Dem Feld 22 der Zulassungsbescheinigung ist zu entnehmen, ob ein Fahrzeug mit Dieselmotor mit einem Partikelminderungssystem („PM-Stufe“) ausgestattet ist.

3.1. Die unterschiedlichen Schadstoffgruppen

Schadstoffgruppe 1 - keine Plakette

Bei Schadstoffgruppe 1 bekommt man keine Feinstaubplakette für das Auto. Somit ist es mit diesen Fahrzeugen nicht erlaubt, in Umweltzonen hineinzufahren.
Benziner00, 03-13, 15, 17, 88, 91-92
Diesel
(ohne Partikelfilter)
00-24, 34, 40, 77, 88

Schadstoffgruppe 2 - rote Plakette

Nur für Diesel-PKW Euro 2 oder Euro 1 mit Partikelfilter
Diesel
(ohne Partikelfilter)
25-29, 35, 41, 71
Diesel
(mit Partikelfilter)
PM 0: 14, 16, 18, 21-22, 34, 40, 77
Diesel
(mit Partikelfilter)
PM 1: 19-20, 23-24

Schadstoffgruppe 3 - gelbe Plakette

Nur für Diesel-PKW Euro 3 bzw. D3 oder Euro 2 mit Partikelfilter
Diesel
(ohne Partikelfilter)
30-31, 36-37, 42, 44-52, 72
Diesel
(mit Partikelfilter)
PM 0: 28-29
Diesel
(mit Partikelfilter)
PM 1: 14, 16, 18, 21-22, 25-27, 34-35, 40-41, 71, 77

Schadstoffgruppe 4 - grüne Plakette

- Für Benziner nach Anlage XXIII oder 52. Ausnahmeverordnung zur StVZO, Euro 1 bis Euro 4 sowie neue Abgasstufen Euro 5 und Euro 6
- Für Diesel-PKW Euro 4, D4 bzw. Euro 3 und D4 oder Euro 3 mit Partikelfilter sowie neue Abgasstufen Euro 5 und Euro 6
- Für Kfz ohne Verbrennungsmotor
Benziner01, 02, 14, 16, 18–70, 71–75, 77, 35A0–35M0 (Euro 5), 36N0- 36ZL (Euro 6 NEFZ), 36AA-36BI (Euro 6, WLTP)
Diesel
(ohne Partikelfilter)
32, 33, 38, 39, 43, 53-70, 73-75
Diesel
(mit Partikelfilter)
PM 1: 27, 49-52
Diesel
(mit Partikelfilter)
PM 2: 30, 31, 36, 37, 42, 44-48, 67-70
Diesel
(mit Partikelfilter)
PM 3: 32, 33, 38, 39, 43, 53-66
Diesel
(mit Partikelfilter)
Stufen PM 4 und PM 5

(Quelle: ADAC)

3.2. Weitere Informationen zur Umweltplakette

Gültigkeitsdauer: Wer eine Umweltplakette besitzt, kann diese unbefristet nutzen, jedoch nur für ein Fahrzeug. Sollte man durch eine Kfz-Zulassung oder aus anderen Gründen, wie zum Beispiel dem Verlangen nach einem Wunschkennzeichen, ein neues Kfz-Kennzeichen bekommen, ist auch eine neue Plakette erforderlich. Die Nummer auf der Plakette muss mit dem Kfz-Kennzeichen identisch sein. Wer sein Auto anmeldet oder ummeldet, sollte am besten direkt eine Umweltplakette mit erwerben.

Umweltplakette grüne Plakette Kennzeichen Schlüssel

Bei der Zulassung des Fahrzeugs gleich an die Umweltplakette denken! © istock/jojoo64

Platzierung: Die Umweltplakette muss bei Autos, Wohnmobilen etc. immer an die untere Seite der Windschutzscheibe beim Beifahrer angebracht werden. Sie darf keinesfalls einfach lose im Fahrzeug liegen, da man sonst 80 € Bußgeld riskiert.

Bedeutung der Zahlen und Buchstaben: Hierbei handelt es sich um die Kfz-Kennzeichen des Fahrzeugs, denn die Umweltplaketten gelten nur für das Fahrzeug, dessen Kennzeichen mit dem auf der Plakette übereinstimmt. Die Eintragung erfolgt durch die Zulassungsstelle oder durch die zuständige Werkstatt.

Ausnahmen: Ein Motorrad und alle anderen Zweiräder brauchen in der Regel keine Plakette, denn die Vorschrift zur Plakettenpflicht gilt nur für vierrädrige Fahrzeuge. Bei Trikes und Quads verhält sich das anders. Hier kommt es darauf an, ob das Fahrzeug bei der Zulassung auch als Motorrad eingestuft wurde. Sollte dies nicht der Fall sein, ist eine Umweltplakette Pflicht. Oldtimer mit einem H-Kennzeichen brauchen in der Regel keine Umweltplakette.

3.3. Umweltplakette wo kaufen?

Beim der DEKRA oder beim TÜV kann man eine Umweltplakette zum Preis von ca. 5 € erwerben. Wer es bequemer mag und die Plakette online kaufen möchte, muss noch mit Versand und Bearbeitungsgebühren rechnen. Am günstigsten, nämlich kostenlos, bekommt man die Plakette bei der Werkstatt seines Vertrauens. Und wer am Wochenende in die Verlegenheit kommt, kurzfristig eine Feinstaubplakette zu benötigen, kann die Umweltplakette auch an der Tankstelle kaufen.

Wichtig: Kein Umweltplaketten-Kauf ohne Fahrzeugschein! Beim Händler vor Ort ist der neudeutsch „Zulassungsbescheinigung Teil I“ benannte Fahrzeugschein einfach vorzulegen. Wenn Sie die Plakette online bestellen, zum Beispiel bei Kroschke, muss man den Fahrzeugschein einscannen, damit der Online-Shop verifizieren kann, dass man tatsächlich die richtige Feinstaubplakette bestellt. Oft hat man hier die Möglichkeit, direkt das Kfz-Kennzeichen anzugeben, so dass es direkt auf die Umweltplakette gedruckt wird und nicht per Hand nachgetragen werden muss.

3.4. Bußgeld bei fehlender Umweltplakette

Bei fehlender Feinstaubplakette wird in einer Umweltzone sowohl bei fahrenden, als auch bei parkenden Fahrzeugen eine Strafe fällig. Hierbei ist es egal, ob es sich um einen Neuwagen handelt, bei dem jeder weiß, dass dieser eine grüne Plakette bekommen würde, oder einen alten Bulli. Die Strafe für eine fehlende Feinstaubplakette beläuft sich auf 80 €.

4. Zukunft: Blaue Plakette und Fahrverbote?

4.1 Rote, gelbe, grüne und blaue Plaketten

Im Gespräch ist schon seit längerer Zeit, die rote, gelbe und grüne Umweltplakette um eine blaue zu ergänzen. Sie soll dann außer den neuen Diesel-PKW mit der Euro 6-Norm allen anderen Diesel-Fahrzeugen den Zugang zu den Umweltzonen verweigeren. Das würde bedeuten, dass etwa 13 Millionen Fahrzeuge ausgesperrt würden. Doch damit nicht genug: Der NOx-Ausstoß soll laut Messungen des ADAC, des Umweltbundesamtes und der Deutschen Umwelthilfe bei Euro 6-Dieseln die vorgegebenen Grenzwerte weit überschreiten. Die vorgegebenen Richtwerte seien nur unter Laborbedingungen erreicht worden. Hier droht weiteres Ungemach eventuell sogar das vorzeitige Aus des Dieselmotors?

Außerdem steht im Raum, die Schadstoffbelastungen zu reduzieren, indem man die Bestimmungen auf weitere Fahrzeuggruppen ausweitet, zum Beispiel auf Binnenschiffe, Dieselloks und Baumaschinen. Diese dürfen nämlich immer noch ohne Partikelfilter betrieben werden. Auch der Ausbau des öffentlichen Verkehrs, der Rad- und Fußwege soll vorangetrieben werden. Zudem wird über den kostenlosen Nahverkehr nachgedacht, mit der Intention, möglichst viele Autofahrer zu animieren, das Auto stehenzulassen und stattdessen auf den ÖPNV umzusatteln.

4.2 Fahrverbote sind sehr wahrscheinlich

Fahrverbote sind mit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig vom 27. Februar 2018 ausdrücklich möglich. Und sie werden wohl auch kommen, da es es schlicht keine kurzfristigen Maßnahmen zur Luftreinhaltung gibt. Selbst wenn die Autobauer kostenlose Software-Nachrüstungen anböten, wären die Vorgaben zu den Emissionssenkungen nicht einzuhalten. Abgesehen davon, dass diese Nachrüstungen nicht von heute auf morgen zu realisieren wären, sondern sich über etliche Monate hinziehen würden. Diese Zeit ist nicht da, denn eins ist klar: Es geht nicht (mehr) darum, irgendwann einmal Grenzwerte einzuhalten – es ist über viele Jahre so gut wie nichts passiert zur Verbesserung der Luft. Die Umsetzung von Maßnahmen, die auch wirklich greifen, muss sofort passieren. Daher sind Fahrverbote für viele deutsche Städte unumgänglich.

In welcher Form diese ausgesprochen werden, etwa nur für bestimmte Straßen, wie es wohl in Hamburg bereits in Kürze umgesetzt wird, oder Verkehrsknotenpunkte, oder aber für ganze (Innen-) Städte, ist eine andere Frage. Nicht zuletzt geht es auch darum, wie Fahrverbote überhaupt kontrolliert werden sollen, zumal die Autos ohne entsprechende Kennzeichnung ja gar nicht als Umweltsünder auszumachen sind. Die Polizei jedenfalls hat die Kapazitäten nicht, Kontrollen durchzühren.

4.3 Ohne Ausnahmen wird es nicht gehen

Und auch um Ausnahmeregelungen wird man nicht herum kommen: Anwohner werden nicht mit Fahrverboten belegt werden, ebenso wenig wie andere, die darauf angewiesen sind, die betroffenen Straßen oder Gebiete zu erreichen, etwa Handwerker und andere Dienstleister oder Fahrzeuge des ÖPNV, der Feuerwehr, der Müllabfuhr und Krankenwagen. Die Probleme rund um Umweltplakette, Fahrverbote, Dieselgate etc. werden auf kurze Sicht nicht gelöst werden die Frage nach dem großen Wurf mit einer signifikanten Minderung der Umweltbelastung wird uns noch eine ganze Weile beschäftigen.

4 Antworten
  1. Slimm
    Slimm says:

    Ich finde Die Deutsche Regierung tut so als sei Deutschland abgetrennt von der Außenwelt, ständig neue Gesetze, aber über all auf der Welt wird Umwelt mit Füßen getreten, die Fahrzeuge die hier nicht mehr fahren werden im Ausland noch Jahre gefahren, aber wir leben alle auf eine Erde also mach das ganze für mich persönlich wenig Sinn.

    Antworten
  2. Helmut Drexler
    Helmut Drexler says:

    Sehr guter und vor allem ausführlicher Bericht über die Problematik mit den Umweltzonen und Feinstaubplaketten. Respekt!

    Antworten
  3. Autoank. Bingo
    Autoank. Bingo says:

    Es ist schön und gut das man auf die Umwelt Acht gibt, aber dies sollte nicht nur in Deutschland ernst genommen werden, sondern Weltweit. Am ende des Tages ist der Bürger der leidet. Jedes Jahr kommen neue Gesetze und das ganze fängt wieder von vorne an, entweder muss man sein Fahrzeug verkaufen oder einiges umbauen oder sich etwas anschaffen. Bin mal gespannt wo das ganze enden wird.

    [Autorname von der Redaktion angepasst]

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  4. Berger Franz
    Berger Franz says:

    Umweltschutz wird bestraft. Bis 2011 fuhr ich ein Fzg. mit 4.0 Lit.Hubraum und 8 Zyl.Motor, Schadstoffkl.2. Anschl. kaufte ich mir ein Neufahrzeug, 2 ltr. Diesel, 4 Zyl. Motor mit sämtlichen Abgasfiltern und Kat ( Schadstoffkl. 5 ) und zahle jetzt nur 30.-Euro weniger an Steuern als mit dem Altfzg. Soll so der Bürger animiert werden zum Umweltschutz?

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